„Eine solche Farce bisher noch nicht erlebt“ Die Bürgermeisterkandidaten vor der Kommunalwahl: Michael Seidel (CDU/Grüne/FDP) will in Roetgen mit vereinten Kräften den Wechsel erzwingen Roetgen. Mit dem Kandidaten Michael Seidel von der CDU tritt bei der Kommunalwahl in Roetgen in der Gemeinde Roetgen ein junger Bewerber bei der Bürgermeisterwahl an, der auch von den Grünen und den Liberalen in der kleinsten Nordeifelkommune zu deren Kandidat erhoben wurde. Über seine Motivation und Ziele sprach unserer Redakteur Peter Stollenwerk mit dem Roetgener CDU-Fraktionssprecher. Wäre es Ihr Traumberuf Bürgermeister in Roetgen zu werden?
Michael Seidel: Man geht nicht einfach hin, ändert seine persönliche und berufliche Lebensplanung ohne sich diesen Schritt gründlich zu überlegen. Ziel meiner politischen Arbeit war es immer Verantwortung in der Gemeine Roetgen zu übernehmen und die Zukunft der Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten. Bürgermeister in Roetgen ist daher mein Traumberuf.
Gemessen an den bisherigen Wahlergebnissen wäre es eine Überraschung, wenn der CDU-Kandidat Bürgermeister in Roetgen werden würde. Was setzen Sie dem etablierten Amtsinhaber entgegen? Seidel: Ich bin nicht nur der CDU- Kandidat. Als bodenständiges Kind der Region kenne ich die hiesigen politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge. Als gemeinsamer Kandidat dreier Parteien weiß ich eine breite Basis hinter mir. Ich bin ein Bürgermeister zum Anfassen, der für die Bürger ein offenes Ohr hat und mit gesundem Menschenverstand Probleme angeht. Ich habe bewiesen, dass ich mit Ausdauer und Beharrlichkeit die Dinge anpacke, die zu regeln sind. Ich möchte nicht nur verwalten, sondern gestalten !
Auf Ihren Wahlplakaten krempeln Sie die Ärmel hoch und versprechen „Ich pack's an“. Wo fangen sie an? Seidel: Eines der wichtigsten Punkte ist es das Erscheinungsbild der Ortschaften zu verbessern und Roetgen fit für die Zukunft zu machen. Wir müssen die Gemeinde Roetgen als hochwertigen Wohnstandort in der Region weiter ausbauen und die Wohnqualität durch dringende Investitionen in Bildung, Sicherheit und Infrastruktur weiter verbessern. Ich möchte hier in der Gemeinde die aktuellen Entwicklungen und Projekte und die damit verbundenen Probleme und Fragestellungen aktiv gestalten und meine Erfahrung aus der Praxis einbringen.
Der Neubau der Grundschule ist eines der großen kommunalpolitischen Themen in Roetgen. Woran liegt es, dass der Rat fast eine gesamte Wahlperiode braucht, um das Projekt auf den Weg zu bringen ? Seidel: Diese Frage sollte man besser dem Amtsinhaber stellen. Der Rat ist lediglich das Beschlussgremium, für die Umsetzung und Ausführung ist der Bürgermeister verantwortlich. Aber im Ernst, eine solche Farce habe ich während meiner ganzen Zeit in unterschiedlichen politischen und beruflichen Funktionen noch nicht erlebt. Fakt ist, dass die vom Amtsinhaber immer wieder geltend gemachten Prüfungen und Gutachten zu den Verzögerungen beigetragen haben, obwohl diese Gutachten im Ergebnis nicht notwendig waren. Die Finanzierbarkeit und Machbarkeit waren schon vorab geprüft worden, auch wenn die Ergebnisse dem Amtsinhaber nicht gepasst haben, ob es sich hierbei um einen guten Stil handelt, möge jeder für sich selbst entscheiden.
Wer ist für die Verzögerungen verantwortlich? Seidel: Der Bürgermeister hat hier durch seine starre Haltung und durch Widerspruch gegen Ratsbeschlüsse dazu beigetragen, dass die Maßnahme verzögert wurde, er müsste die Verantwortung übernehmen. Die ständigen Schuldzuweisungen an den Rat sind hier nicht sehr dienlich. Der Bürgermeister hat Ratsbeschlüsse umzusetzen und nicht zu behindern.
Es wäre keine Überraschung, wenn die UWG nach dem 30. August als fünfte Fraktion in den Rat einziehen würde. Macht das die Arbeit schwieriger ? Seidel: Nein, Konkurrenz belebt auch das politische Geschäft. Ich habe in der Vergangenheit mit allen Parteien im Rat gut und konstruktiv zusammengearbeitet, dies war immer mein Anspruch an meine politische Tätigkeit. Als Bürgermeister muss man zwischen Verwaltung und Politik moderieren und einen ehrlichen, gradlinigen Umgang mit allen Beteiligten pflegen. All dieses ist unerlässlich, damit Roetgen endlich wieder vorankommt. |